Kraft für den Tag

VonBenjamin Buhr

Kraft für den Tag

Informationen sind wichtig, doch manchmal braucht es auch ein aufmunterndes Wort. In den nächsten Wochen werden hier regelmäßig wechselnde Sprüche, Zitate und Gedanken zu finden sein, die in der aktuellen Situation hilfreich sein können.


Wenn du strauchelst,
weil dir die Arbeit zu schwer wird,
möge die Erde tanzen,
um dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
(aus Irland)

Die Ferien nahen. Erholung, Freizeit und Durchatmen stehen dann am Programm. Aber nicht nur das: Die freie Zeit dient auch wesentlich dazu, neue Kraft zu tanken, wieder ins Gleichgewicht zu finden, Raum für sich zu finden. In diesem Sinne: Schöne Ferien – und möge die Erde tanzen!
[29.06.2020]


Große Dinge werden durch Mut errungen,
größere durch Liebe,
die größten durch Geduld.
(Peter Rosegger, 1843-1918)

Geduld ist eine Fähigkeit, die seit etlichen Wochen gefragt ist: Sie hilft dabei, Widrigkeiten durchzustehen. Positiv gewendet trägt Geduld aber auch dazu bei, etwas Großes entstehen zu lassen. In den letzten Tagen dieses Schuljahres müssen wir noch ausreichend Geduld aufwenden, aber wer weiß: Vielleicht schauen wir später rückblickend auf die Gegenwart und stellen fest, dass diese Zeit nicht nur von Einschränkungen und Reduktionen geprägt war, sondern auch von Kreativität, Motivation und dem Hervorbringen großer Ideen!
[21.06.2020]


Herr, bei dir habe ich mich geborgen.
Rette mich in deiner Gerechtigkeit!
Neige dein Ohr mir zu, erlöse mich eilends!
Sei mir ein schützender Fels,
ein festes Haus, mich zu retten!
Denn du bist mein Fels und meine Festung.
In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du Gott der Treue.
(Psalm 31, gekürzt)

Möge dieser Psalm alle begleiten, die sich nach Hilfe, Schutz und Gerechtigkeit sehnen!
[16.06.2020]


ein ganzes Jahr November
alles grau in grau
ein Jahr lang nur Musik in Moll
blau zu schwarz, nicht schwarz zu blau […]
ein Jahr der Suche nach der Antwort
auf die alte Frage nach dem Sinn
ein Jahr lang November
und ich warte auf den Frühlingsbeginn
(Carolin No: November, 2014)

Nicht nur das Wetter ist grau, sondern auch die Stimmung. Das Ganze dauert schon viel zu lange. Von Routine keine Spur, es ist bloß ein Herumwurschteln. Und die Frage, was das alles soll, bleibt wie so oft unbeantwortet. Die Hoffnung ist groß, dass es bald – sehr bald – wieder Frühling wird, und zwar in jeder Hinsicht.
[15.06.2020]


Das Große ist nicht,
dies oder das zu sein,
sondern man selbst zu sein.
(Søren Kierkegaard, 1813-1855)

Wer bin ich? Diese Frage zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte. Wenn es im Leben glatt läuft, ist diese Frage leicht zu beantworten, oder sie stellt sich erst gar nicht. Wie ist es aber in Ausnahmesituationen, außerhalb der Komfortzone? Hier zeigt sich oft, wer ich wirklich bin. Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard bringt es auf den Punkt, wenn er darauf hinweist: Man muss nicht krampfhaft versuchen, jemand anderer zu sein – andere gibt es schließlich schon genug. Sei du selbst!


Es gibt keine Grenzen.
Weder für Gedanken, noch für Gefühle.
Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.
(Ingmar Bergman, 1918-2007)

Angst lähmt, Angst blockiert, Angst verhindert Taten. Doch wo die Angst überwunden wird, kann Neues entstehen. Diese Erfahrung machten vor 2000 Jahren auch einige Menschen, die sich aus Furcht hinter verschlossenen Türen versteckt hielten. Was dann genau passierte, entzieht sich unserer Kenntnis, aber es wird erzählt, dass sie die Türen öffneten und hinausgingen. Dort überbrachten sie allen Menschen eine gute Nachricht, die man sinngemäß so zusammenfassen könnte: “Fürchtet euch nicht!” Das ist es, was Pfingsten letztlich ausmacht: Auch wenn alles verloren scheint und sich lähmende Angst breitmacht, gibt es die Hoffnung, dass uns jemand aufrichtet, uns neue Kraft verleiht, das Feuer in uns entfacht. In diesem Sinne: Fürchtet euch nicht!
[02.06.2020]


Die Zukunft hat viele Namen.
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare,
für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.
Doch für die Mutigen ist sie eine Chance.
(Victor Hugo, 1802-1885)

Die erste Woche Schulbetrieb vor Ort ist geschafft – unter sehr ungewohnten Bedingungen. Schon drängen sich die ersten Fragen über die Zukunft auf: Wie wird das Schuljahr zu Ende gehen? Wie wird der Sommer verlaufen? Und vor allem: Wie kann im Herbst der Schulbetrieb ablaufen, sodass der Schutz der Gesundheit und zugleich der pädagogisch sinnvollste Unterricht gewährleistet werden?
Man kann die gegenwärtige Situation nicht schönreden, das wäre nicht aufrichtig. Aber man kann sehr wohl den Blick auf die Möglichkeiten richten, die sich aus ihr ergeben. Im Sinne des Zitats mögen die Mutigen vorangehen, dabei die Schwachen mitnehmen und die Furchtsamen motivieren!
[24.05.2020]


Wir können den Wind nicht ändern,
aber wir können die Segel richtig setzen.
(Aristoteles, 384-322 v. Chr.)

Es geht wieder los. Viele Fragen sind noch offen, viele Unsicherheiten sind noch präsent. Der Gedanke, dass das alles eigentlich ganz anders sein müsste, drängt sich immer wieder auf. Es ist aber nicht ganz anders, sondern so, wie es ist. Das können wir nicht ändern. Aber es liegt an uns, wie wir uns dazu positionieren! In diesem Sinne: Setzen wir die Segeln richtig! Dann kann man sogar gegen den Wind segeln.
[18.05.2020]


Wer nichts verändern will,
wird auch das verlieren,
was er bewahren möchte.
(Gustav Heinemann, 1899-1976)

Wünschen wir uns, dass wieder alles so wird, wie es vorher war? Oder nutzen wir die Gelegenheit zur Veränderung? Was wollen wir ändern? Was wollen wir verbessern? Was hat sich bewährt? Was wollen wir behalten? Lässt sich die Veränderung leicht bewerkstelligen, oder wird es Widerstände geben? Können wir alleine für die Veränderung sorgen, oder brauchen wir auch andere dazu? Erwarten wir strukturelle Änderungen? Hoffen wir auf persönliche Änderungen? Was rufen die anstehenden Veränderungen hervor: Beunruhigung, Hoffnung, Angst, Motivation? Ändern wir uns? Oder werden wir geändert?
[14.05.2020]


Mütter verstehen,
was Kinder nicht sagen.
(jüdisches Sprichwort)

Wenn es hart auf hart kommt, müssen die Mütter ran. Das zeigt sich gegenwärtig so deutlich wie kaum zuvor. Der Begriff “Doppelbelastung” kostet manche nur ein müdes Lächeln: Längst ist es eine Vielfach- oder Dauerbelastung geworden: Die Kinder versorgen, sich um das Essen kümmern, mit den Kindern Hausübungen machen, zuhause Ordnung halten, einkaufen, Mama sein, Ehefrau sein – und in vielen Fällen zusätzlich arbeiten. Freizeit? Eigene Interessen verfolgen? Hobbys? Fehlanzeige. Man könnte an dieser Stelle noch lange darüber nachdenken und diskutieren, warum und in welchem Ausmaß traditionelle und längst überholt geglaubte Rollenbilder schlagartig wieder zum Vorschein kommen. Dieses Thema wird uns in nächster Zeit noch beschäftigen – auch die Männer! Viel wichtiger ist heute aber festzuhalten: Es sind nicht die Politiker/innen, Wissenschaftler/innen und Expert/innen, die uns durch diese Corona-Zeit tragen. Es sind die Mütter! An diesem Muttertag gebührt euch, liebe Mamas, mehr Dank als je zuvor! Liebe Mütter, ihr seid super! Danke für alles!
[10.05.2020]


Humor ist der Knopf, der verhindert,
dass uns der Kragen platzt.
(Joachim Ringelnatz, 1883-1934)

Was machen Hersteller von Handdesinfektionsmitteln gerade?
Sie reiben sich die Hände.

Meine Reiseziele 2020:
Sofambik
Parkistan
Haustralien

Österreich 2019:
Die reichsten zehn Prozent besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens.
Österreich 2020:
Die dümmsten zehn Prozent besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Klopapiers.

An die Kinder, die letztes Jahr zu Halloween mein Haus mit Klopapier beworfen haben: Na, wer lacht jetzt?

Die Regierung meint, es genügt, einen Mundschutz zu tragen. Das habe ich heute gemacht, trotzdem haben mich alle komisch angeschaut. Vielleicht lag es daran, dass die anderen auch Hose und T-Shirt trugen.

Chuck Norris hatte Kontakt mit dem Coronavirus. Das Virus muss jetzt 14 Tage in Quarantäne.

Wenn das ganze hier vorbei ist, mache ich mir erst mal ein paar schöne Tage zuhause!

Früher saß ich nur faul auf der Couch – heute rette ich so Leben!

Lachen ist die beste Medizin. Außer bei Durchfall…

Austria is advising citizens to stock up on sausages and cheese, to prepare for a Wurst Käse scenario.
[06.05.2020]


Die Hoffnung ist die Säule,
welche die Welt trägt.
(Plinius der Ältere, 23/24-79)

Der Hoffnung werden viele Eigenschaften zugeschrieben, z.B. dass sie zuletzt stirbt. Hoffnungsvoll zu sein ist eine Haltung, die durchaus als typisch christlich zu bezeichnen ist. Es ist die Hoffnung, die uns weitermachen lässt, die uns Schwierigkeiten überwinden lässt, die uns motiviert. Ohne Hoffnung wäre vieles wertlos. Was nährt deine Hoffnung? Was lässt dich weitermachen?
[29.04.2020]


Die Jugend liebt heutzutage den Luxus.
Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität,
hat keinen Respekt vor den älteren Leuten
und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.
Die jungen Leute widersprechen ihren Eltern,
schwadronieren in der Gesellschaft,
verschlingen bei Tisch die Süßspeisen,
legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
(Sokrates (?), 470-399 v. Chr.)

Die Jugend liebt heutzutage die Gemeinschaft mir ihren Freundinnen und Freunden.
Sie ist unglaublich höflich, wie sich gerade in ihren E-Mails zeigt, und zeigt Dankbarkeit und Wertschätzung,
sie schätzt die Lebenserfahrung älterer Leute
und legt Wert darauf, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht.
Die jungen Leute kooperieren mit ihren Eltern und zeigen großes Verständnis für ihre gegenwärtige Situation,
nehmen teil an der Gesellschaft,
lassen den Genuss nicht zu kurz kommen,
legen die Beine übereinander (was ist falsch daran?) und respektieren ihre Lehrer.
[25.04.2020]


Man kann einen Menschen nichts lehren,
man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.
(Galileo Galilei, 1564-1642)

Jeder von uns kennt sie: Engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die nicht bloß einen Job erledigen, sondern mit Leib und Seele ihren Beruf ausüben. Sie schaffen es immer wieder aufs Neue, Schülerinnen und Schüler für die spannenden Inhalte ihres Faches zu begeistern. Das geht per E-Mail deutlich schwieriger als im direkten Unterricht. Dennoch geben sich alle größte Mühe, auch im „Distance Learning“ pädagogisch tätig zu sein und nicht bloß Arbeitsaufträge zu verteilen. Denn es geht nicht (nur) darum, Sachinhalte zu lehren, sondern die Begeisterung und das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken. Danke, liebe Kolleginnen und Kollegen, für euren Einsatz unter diesen erschwerten Bedingungen!
[21.04.2020]


Ehre deinen Vater und deine Mutter.
(Ex 20,12/Dtn 5,16)

Die Zehn Gebote hat jeder Religionslehrer zur Genüge unterrichtet. Aber nun wirft die gegenwärtige Situation plötzlich ein neues Licht auf Altbekanntes: Respekt vor den Eltern ist nicht mehr eine individuelle Angelegenheit. Eltern leisten auch ohne „Coronakrise“ Unglaubliches, für das sie viel zu selten die gesellschaftliche Anerkennung erhalten, die sie dafür verdienen. Doch was Mütter und Väter derzeit für ein gelingendes Familienleben aufwenden, ist unglaublich. Zu ihren üblichen Rollen und Aufgaben kommen derzeit weitere hinzu (Stichwort Home Schooling, aber noch Vieles anderes mehr). Dafür sei an dieser Stelle ein großes Danke gesagt! Ehren wir Vater und Mutter – und zwar nicht nur die eigenen, sondern alle! Sie haben es verdient!
[19.04.2020]


Lasst uns dankbar sein gegenüber Menschen,
die uns glücklich machen.
Sie sind die liebenswerten Gärtner,
die unsere Seele zum Blühen bringen.
(Marcel Proust, 1871-1922)

Angefangen hat es mit dem Aufruf zum regelmäßigen Händewaschen, mittlerweile sind wir bei Home Office, Distance Learning (freuen sich die Englisch-Kolleginnen eigentlich über solch einen Sprachgebrauch?) und Maskenpflicht im Supermarkt. Das mögen wichtige und notwendige Maßnahmen sein. Aber vergessen wir eines nicht: Die körperliche Gesundheit ist wichtig – aber ebenso ist es die seelische! In einer Zeit, die von Einschränkungen und Unannehmlichkeiten geprägt ist, und die alles andere als normal ist, drängt sich die Frage auf: Was macht uns glücklich? Oder nochmal anders gefragt: Wer macht uns glücklich? Wer sind die Gärtner, die unsere Seele zum Blühen bringen? Mit allen Bekannten Kontakt zu halten ist gegenwärtig fast unmöglich. Verlieren wir aber nicht den Kontakt zu jenen, die wirklich wichtig für uns sind.
[15.04.2020]


„Das ist wie in den großen Geschichten, Herr Frodo, in denen, die wirklich wichtig waren. Voller Dunkelheit und Gefahren waren sie. Und manchmal wollte man das Ende gar nicht wissen, denn wie könnte so eine Geschichte gut ausgehen? Wie könnte die Welt wieder so wie vorher werden, wenn so viel Schlimmes passiert ist? Aber letzten Endes geht auch er vorüber, dieser Schatten. Selbst die Dunkelheit muss weichen. Ein neuer Tag wird kommen und wenn die Sonne scheint, wird sie umso heller scheinen. Das waren die Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben, selbst, wenn man noch zu klein war, um sie zu verstehen. Aber ich glaube, Herr Frodo, ich versteh‘ jetzt. Ich weiß jetzt: Die Leute in diesen Geschichten hatten stets die Gelegenheit umzukehren, nur taten sie’s nicht. Sie gingen weiter, weil sie an irgendetwas geglaubt haben! Es gibt etwas Gutes in dieser Welt!“
(J.R.R. Tolkien, 1892-1973: Samwise Gamgee zu Frodo Baggins in: Der Herr der Ringe)

Eine Krise hat nichts Gutes. Leid ist real. Der Tod ist endgültig. Und dennoch: Was hat wirklich das letzte Wort? Ist es die Frustration, der Schmerz, die Trauer? Oder ist es die Hoffnung, das Leben, das Ewige? Üblicherweise wird Ostern sehr prachtvoll, geradezu pompös gefeiert. Heute nicht. Heute findet Ostern ganz leise statt. Vielleicht ist auch das eine sehr realistische Form, denn die Stimme der Hoffnung, die Stimme des Lebens, die Stimme des Ewigen ist meist nur sehr leise. Aber sie ist da! Hörst du sie?
[12.04.2020]


Es kommt wohl nur darauf an, ob man dem Fragment unseres Lebens noch ansieht, wie das Ganze eigentlich angelegt und gedacht war. Es gibt schließlich Fragmente, die nur noch auf den Kehrichthaufen gehören …
(Dietrich Bonhoeffer, 1906-1945)

Eine Krise hat nichts Gutes. Je länger sie dauert, desto deutlicher wird, dass wir unser Leben nicht vollständig in der Hand haben. Je länger sie dauert, desto deutlicher wird das Fragmentarische unseres Lebens. Je länger sie dauert, desto drängender stellt sich für religiöse Menschen, aber auch (vielleicht ganz besonders) für nicht religiöse Menschen die Frage: Wo ist Gott? Das Christentum kennt für diese Erfahrung einen eigenen Gedenktag, den Karfreitag. Auch wenn die Kirchen leer sind und keine Gottesdienste gefeiert werden: Der Karfreitag findet statt. Heute vielleicht so intensiv wie kaum je zuvor.
[10.04.2020]


Nicht, was wir erleben,
sondern wie wir empfinden, was wir erleben,
macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916)

Wie geht es dir? So ehrlich wie jetzt wird diese Frage selten gestellt. Es geht dabei nicht nur um die Information, ob man gesund oder krank ist. Vielmehr will man wissen, wie der andere die jetzige Situation empfindet. Denn wir erleben alle das Gleiche, aber wir empfinden dabei nicht das Gleiche! Wenn du fragst, wie es jemandem geht, hör genau zu. Wenn du nach deinem Befinden gefragt wirst, antworte ehrlich. Es mag unser Schicksal sein, diese Situation zu überstehen – aber es ist nicht unser Schicksal, sie allein durchstehen zu müssen! Also: Wie geht es dir? Wie geht es dir wirklich?
[06.04.2020]


Je dunkler der Himmel ist,
desto heller werden die Sterne erscheinen.
(Leonardo da Vinci, 1452-1519)

Jeder Hobbyastronom weiß, dass diese Aussage stimmt. Doch auch im übertragenen Sinne passt dieser Satz sehr gut zur gegenwärtigen Situation: Gewissermaßen ist die Nacht gerade besonders dunkel, die Sorgen besonders groß, die Ungewissheit besonders lähmend, die Konflikte besonders tiefgehend. Doch gerade vor diesem Hintergrund gibt es Momente, die besonders hell leuchten: Der Zusammenhalt ist besonders fest, die Solidarität besonders groß, die Selbstständigkeit besonders motivierend, die gegenseitige Unterstützung besonders hilfreich, die Freundschaft besonders tragfähig. Lassen wir diese Sterne hell leuchten!
[03.04.2020]


Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.
(Arthur Schopenhauer, 1788-1860)

Wir haben nicht alles in der Hand. Das ist ein Kennzeichen einer Krise. Wir befinden uns in einer Situation, die wir uns nicht ausgesucht haben, und die wir kaum ändern können. Doch wir können trotzdem gestalten, wir können die uns zugeteilten Karten so ausspielen, wie es uns im Moment sinnvoll erscheint. Wir haben Handlungsspielraum – nutzen wir ihn!
[01.04.2020]


Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen,
ist, beim Erwachen daran zu denken,
ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tage eine Freude machen könne.
(Friedrich Nietzsche, 1844-1900)

Das ständige Zusammenleben auf engem Raum ist nicht immer leicht. Nun startet die dritte Woche, in der (in den meisten Fällen) von zuhause gelernt und gearbeitet wird. Wie geht es dir damit? Sind die Konflikte mehr geworden? Oder lernst du deine Familie nun besser kennen? Egal, wie deine Antwort darauf ausfällt: Das Zusammenleben ist eine Bereicherung, wenn man sich an Nietzsche hält!
[30.03.2020]


Proud and strong,
slowly but steady,
here the elephants come.
We blast our trunks
like baritone horns.
The rumble of the earth keeps you moving on,
and nothing ain’t stopping us.
(SEEED: Elephants, 2012)

Wie bewältigt man eine Krise? Schritt für Schritt. So wie jede Filmszene ihren eigenen Soundtrack hat, kann auch jede Gefühlslage durch Musik ausgedrückt werden. Probier es einmal mit dem hier zitierten Lied! (Es ist z.B. auf der bekannten Videoplattform zu finden.) Wie bewältigt man eine Krise? Slowly but steady. And nothing ain‘t stopping us!
[27.03.2020]


„Es ist besser, ein Licht anzuzünden,
als über die Dunkelheit zu klagen.“

(aus China)

Jede Krise birgt eine Chance, auch eine Chance im Umdenken. So kann die Quarantänezeit zu einer Kraftzeit werden, die uns Vieles mit neuen Augen sehen lässt. Nicht alles ist negativ, auch wenn es momentan schlimm ausschaut. Diese Zeit wird enden und wir werden sagen, dass sie nicht nutzlos war.
[26.03.2020]


„Die Seele nährt sich von dem,
an dem sie sich erfreut.“
(Augustinus von Hippo, 354-430)

 Arbeitsbedingungen, Betreuung, Zeitdruck, Vorgaben, Erreichbarkeit, … Das alles und noch mehr prägt derzeit unseren Alltag. Doch woran erfreuen wir uns? Vergessen wir nicht, dass Freude nicht bloß oberflächliche Ablenkung bedeutet, sondern – wie Augustinus sagt – Nahrung für die Seele darstellt. Lassen wir unsere Seele nicht verhungern! Lassen wir genug Raum für Freude!
[24.03.2020]


„Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit zum Gebet,
außer wenn du viel zu tun hast,
dann nimm dir eine ganze Stunde Zeit.“
Franz von Sales (1567-1622)

Diese Einstellung ist bemerkenswert, denn meist läuft es umgekehrt: Kraft tanken, ausruhen und sich selbst etwas Gutes tun ist nur dann möglich, wenn man Zeit dafür hat. Gibt es viel zu tun, hat man diese Zeit eben nicht. Dabei kennt auch die Physik diesen Zusammenhang: Arbeit kann nur verrichtet werden, wenn Energie vorhanden ist.
In diesem Sinne: Nehmen wir uns heute ganz bewusst eine halbe Stunde Zeit, nur für uns. Wenn wir besonders viel zu tun haben, nehmen wir uns eine ganze Stunde.
[23.3.2020]


Nicht alles ist abgesagt

Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt
Musik ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt
Nicht alles ist abgesagt …

[20.3.2020]

Über den Autor

Benjamin Buhr author